Pritzker-Architekturpreis für Arata Isozaki

Julia Steinhof / März 12 2019

Der japanische Architekt Arata Isozaki ist vorige Woche für den Pritzker-Architekturpreis 2019 ausgezeichnet worden, der oft als „Nobelpreis für Architektur“ bezeichnet wird. Kritiker sind sogar der Meinung, der Preis käme jedoch etwas zu spät und daher sei er als „nachtragende Gerechtigkeit“ zu akzeptieren. Wir behaupten aber, diese höchste Auszeichnung kommt für den 87-jährigen japanischen Architekten gerade jetzt richtig. Es war nämlich höchste Zeit, dass er für sein besonderes schöpferisches Schaffen als einer der größten Architekten der Welt verehrt wird. Arata Isozaki hat bis jetzt über 100 bezaubernde Bauwerke entworfen, die auf der ganzen Welt verteilt sind und als Brücken zwischen den unterschiedlichen Kulturen stehen.

Laut der Jury sei der diesjährige Pritzker-Preisträger Arata Isozaki ein „vielseitiger, maßgebender und wahrhaft internationaler Architekt“.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 vielseitiger internationaler Architekt

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  • Arata Isozaki und seine schöpferische Ästhetik

1931 ist Arata Isozaki in der japanischen Hafenstadt Ōita, auf der Insel Kyushu geboren. Während seines Architekturstudiums an der Universität Tokio besuchte er die Klasse des Übervaters der japanischen Nachkriegsmoderne, Kenzo Tange. Seine ersten Werke wie z.B. die Stadtbibliotheken in seiner Heimatstadt und in Fukuoka standen deutlich unter dem Einfluss seines großen Lehrers. Das sind gigantische Stadtutopien, die vom japanischen Glauben an das technisch Allmachbare geprägt sind. In den 70ger und 80ger Jahren orientierte sich Arata Isozaki an der klassischen Moderne des Westens. Deswegen sind in seinen künstlerischen Werken Merkmale von der Geometrie des Bauhauses und des Riesenhaft-Utopischen des russischen Konstruktivismus zu sehen. Jedoch blieb der Architekt keinem einzigen Stil treu. Es versucht in seiner Formensprache verschiedene Kulturen zu verbinden und aus den Gegensätzen etwas Gutes und Einzigartiges zu gewinnen.

Mit seinem vorausschauenden Denken gilt der 87-jährige Architekt als Visionär seiner Generation.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Visionär seiner Generation

Nach seinen eigenen Worten soll der Architekt „die Welt sieben Mal umrandet haben, nur um Architektur zu sehen“. Diese Kunst kennt er bis ins kleinste Detail. Er zieht vor allem große, klare Formen vor, die auf die Menschen abgestimmt sind. Er bricht gern Klischees in der Architektur. Außerdem verbindet Arata Isozaki in seinem Schaffen das Praktische und Kreative mit seiner Arbeit als Universitätsprofessor. Er hält immer noch Gastvorlesungen an bekannten und renommierten Universitäten weltweit, unter anderem auch an Harvard, Yale und UCLA.

Bei uns in Deutschland ist er seit 1983 Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten BDA.

 Das Kunstmuseum in der japanischen Stadt Kitakyushu ist 1974 errichtet. Die vertikal gelegenen Säulen ergleicht man oft mit einem Fernglas.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Kunstmuseum in der japanischen Stadt Kitakyushu 1974

  • Einige der beeindruckenden Meisterwerke von Arata Isozaki

Den Pritzker-Architekturpreis oder die höchste Auszeichnung für Architektur 2019 hat Arata Isozaki für seine „frischen“ Bauten gewonnen, die „stilistischen Kategorien trotzen“. Wie die Jury den japanischen Architekten lobt, seine eigenartigen Gebäude erweitern oft den ästhetischen Kanon der Moderne. Nun zeigen wir Ihnen gern einige der bemerkenswerten Meisterwerke von Arata Isozaki. Diese Übersicht über seine atemberaubenden Gebäude lohnt sich wirklich.

Ein nächtlicher Blick auf das Museum für zeitgenössische Kunst in LA.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Museum für zeitgenössische Kunst in LA

 Der Art Tower Mito in Japan

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Art Tower Mito in Japan

Der imposante Turm in der japanischen Stadt Mito ist Teil eines Architekturkomplexes. Dieser unterbringt einen Kinosaal, Ausstellungsflächen und Veranstaltungsräume. Die Fassade ist tatsächlich beeindruckend. Sie besteht aus stählernen Dreiecken, die sich zur Spitze drehen und in der Form einer Helix gestaltet sind. Der Turm ist 1990 anlässlich des 100.Jubiläums der Stadt Mito eröffnet und ist heute als der Art Tower Mito bekannt.

Das Palau-Sant-Jordi-Stadion in Barcelona

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Palau-Sant-Jordi-Stadion in Barcelona

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Dieses überdachte Stadion in Barcelona hat man 1990 für die Olympischen Spiele aufgebaut und es fällt durch seine interessante Architektur auf.

 Domus Museum in Galicien, Spanien – das spektakuläre Gebäude ist ein Meisterwerk von Arata Isozaki

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Domus Museum in Galicien Spanien

 Die Nara Centennial Hall ist 1999 eröffnet, anlässlich des 100. Jahrestags der ersten japanischen Hauptstadt.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Nara Centennial Hall 1999

Der Konzertsaal in der griechischen Stadt Thessaloniki liegt direkt an der Küste des Ägäischen Meeres.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Konzertsaal in Thessaloniki

 Das Shenzhen-Kulturzentrum (2007) in China ist mit Glaspyramiden gekrönt.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Shenzhen-Kulturzentrum in China Glaspyramiden 2007

Das Qatar National Convention Center wurde 2011 eröffnet.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Qatar National Convention Center 2011

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Die weißen und grünen Außenpaneele des D38 Office in Barcelona reduzieren die grellen Sonnenstrahlen, sodass sie die Angestellten drinnen nicht anblitzen

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 D38 Office in Barcelona

 Arata Isozaki entwarf Ark Nova mit dem in Indien geborenen Architekten Anish Kapoor.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Ark Nova 2011

 Im Inneren des Gebäudes Ark Nova (2011) befindet sich ein Veranstaltungsraum mit 500 Sitzen aus elastischem Kunststoff.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Ark Nova 2011 im Inneren

Der Allianz Turm in Mailand ist Il Dritto oder „Der Gerade“ genannt. Das Gebäude wurde 2015 fertig gebaut.

Arata Isozaki Pritzker-Architekturpreis 2019 Allianz Turm in Mailand 2015

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