Ist Palmöl gesund und was Sie dabei beachten sollten?

Augustine Schatzenberger / März 29 2020

Statistisch gesehen enthält jedes zweite Supermarktprodukt Palmöl. Also, Schokolade, Pizza, Pommes Frites und Co. aber auch sämtliche Kosmetika wie Cremes und Lippenstift sowie auch Kerzen, Wasch- und Reinigungsmittel sind im größten Teil mit diesem pflanzlichen Öl hergestellt. In letzter Zeit wird aber viel darüber diskutiert, ob Palmöl gesund ist oder nicht. Außerdem ist es auch kein Geheimnis mehr, dass die Herstellung dieses Öls ziemlich schlecht für die Umwelt ist, vor allem für den Regenwald. Dieser wird nämlich des Anbaus von Ölpalmen wegen erbarmungslos gerodet und dadurch der Lebensraum vieler gefährdeter Tierarten wie Urang-Utans und Tiger entnommen.

Die jetzigen Anbaugebiete für Palmöl betragen so etwa wie ein Drittel Deutschlands

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Ist Palmöl gesund?

Palmöl wird aus den Fruchtkernen der Ölpalme gewonnen. Die größten Anbaugebiete befinden sich zurzeit in Indonesien und Malaysia, aber auch in Südamerika und Afrika gibt es große Flächen mit Palmölplantagen. Das Palmöl ist eigentlich das meist benutzte Pflanzenöl auf der Welt. Es wird nicht nur, wie schon oben erwähnt, für sämtliche Produkte benutzt, sondern auch immer mehr zur Produktion von Biokraftstoff.

Die Früchte der Ölpalme sind sehr ergiebig

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Eine bemerkenswerte Ölpflanze – die Ölpalme

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Zurück zur Frage, wie gesund ist Palmöl eigentlich? Die Antwort ist: Es kommt darauf an! Und zwar wie bei anderen Ölen kommt es auch hier auf die Verarbeitung an. Das raffinierte Palmöl, das noch konventionell genannt wird, ist leider ungesund. Mediziner und Verbraucherschützer raten deshalb schon seit Jahren, dessen Konsum zu minimieren. Denn das Öl enthält nicht nur zu viele gesättigte Fettsäuren, sondern auch andere Bestandteile, die unter Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Woran liegt das?

Konventionelles Palmöl sollte man lieber vermeiden

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Raffiniertes Palmöl wird bei der Verarbeitung stark erhitzt und da entstehen ungesunde Stoffe wie 3-MCPD- und Glycidol-Fettsäureester. Diese Stoffe gelangen dann durch die Lebensmittel vor allem Soßen, fertige Nuss-Nugat-Creme und Margarine in unseren Verdauungstrakt, wo sie weiter verarbeitet werden und eine toxische Wirkung für viele unserer Organe haben. Dagegen ist Palmöl in seiner unraffinierten Form eigentlich gesund.

Palmöl ist nicht gleich Palmöl

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Das sogenannte kaltgepresste Palmöl enthält viel mehr Carotin als Karotten und eine erhebliche Menge an Vitamin E. Das heißt dieses Pflanzenöl ist in seinem rohen Zustand ganz gut für den menschlichen Organismus, weil es viele Antioxidantien beinhaltet, die einen guten Schutz vor freien Radikalen bieten.

Extra Tipp: Unraffiniertes Palmöl können Sie an der rötlichen Farbe, dem etwas süßlichen Geschmack und dem angenehmen Aroma erkennen.

Achten Sie auf gute Qualität und vermeiden Sie konventionelle Fertigprodukte!

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Palmöl, aber bitte nachhaltig!

Die gute Seite von Palmöl ist, dass Ölpalmen ziemlich schnell wachsen und sehr ergiebig sind. Deswegen gewinnt man, verglichen mit anderen Ölpflanzen, aus der gleichen Fläche viel mehr Öl. Dafür ist Palmöl in der Industrie auch so begehrt. Das Problem ist nur, dass der weltweite Bedarf an pflanzlichem Öl steigt, und zwar sehr schnell. So breiten sich die Flächen der Palmölplantagen ständig aus. Das bedeutet immer mehr Abholzung des Regenwaldes, Artensterben, Vertreiben von indigenen Völkern und Erderwärmung. Wenn Ölpalmen konventionell angebaut werden, umfassen diese enorme Flächen, die nur mit einer Monokultur besetzt werden. Das führt wiederum zum Einsatz von mehr Insektiziden und Pestiziden sowie verstärkte Bodenerosion und -armut. Außerdem werden die sogenannten Torfmoorwälder in Regionen wie Borneo oder Sumatra in Massen gerodet und trocken gelegt, was zu Unmengen an frei gesetztem CO2 in die Atmosphäre führt.

Ganz auf Palmöl zu verzichten, wäre aber keine so gute Idee und kann sogar laut WWF, Greenpeace und noch weiterer Umweltexperten zu noch mehr Problemen führen. Denn dann werden immer mehr Anbauflächen gebraucht, um andere Pflanzenöle zu produzieren wie Raps-, Soja- oder Sonnenblumenöl. Also, was tun?

Seien Sie gut informiert und verantwortungsvoll beim Einkaufen!

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Wenn Sie auf Nummer sicher gehen und sowohl die Umwelt als auch Ihre Gesundheit schonen möchten, sollten Sie lieber nur Bio und Fair kaufen. Vor allem dann, wenn es sich um Fertigprodukte handelt. Außerdem gibt es das sogenannte RSPO Logo, das auf Produkten drauf ist, welche mit nachhaltig produziertem Palmöl hergestellt werden. RSPO steht übrigens für „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ – zu Deutsch: den Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl und wurde von WWF ins Leben gerufen.

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Und hier noch ein paar wichtige Tipps:

Seien Sie also verantwortlich und konsumieren Sie bewusst. Kaufen Sie eher frische, regionale und saisonale Ware und reduzieren Sie dadurch Ihren CO2 Fußabdruck nachhaltig. Malaysische Tiger und Urang-Utans werden Ihnen bestimmt dankbar sein.

Konventionell gewonnenes Palmöl raubt den Urang-Utans ihr Zuhause

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