Welche Pflanzen mögen keinen Kaffeesatz? Mythen und Fakten

Emma Wolf / Mai 09 2022

Viele von uns beginnen den Tag mit einer dampfend heißen Tasse Kaffee. Die meisten haben später am Tag sogar noch eine zweite. Dadurch erzeugen wir jedes Mal ganz schön viel Kaffeesatz. Manche Leute werfen den verbrauchten Kaffee dann direkt in den Müll. Andere hingegen erforschen das erstaunliche Potenzial dieser Überreste. Sie verwenden sie in hausgemachten Peelingcremes und Masken, als Geruchsneutralisator oder zur Mücken- und Schneckenabwehr. Viele Hobby- und Profigärtner geben den Kaffeesatz auch in ihren Komposter und Wurmbox oder direkt in die Blumentöpfe und Beete. Doch trotz der Popularität dieses Gartentrends kommt Kaffeesatz nicht wirklich allen Pflanzenarten zugute. Tatsächlich kann dieser hausgemachte Dünger in einigen Fällen mehr schaden als nützen. Im heutigen Beitrag möchten wir tiefer ins Thema eintauchen und Ihnen die Antwort auf die Frage „Welche Pflanzen mögen keinen Kaffeesatz?“ geben.

Kaffeesatz – Dünger oder eher nicht?

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Was enthält denn Kaffeesatz?

Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass jeder weiß, wie das Lieblings-Morgengetränk der gesamten Menschheit hergestellt wird. Die ganzen, gerösteten Kaffeebohnen werden zunächst zu Pulver gemahlen und dann in einen feinen Metall- oder Papierfilter gegeben, durch den heißes Wasser gegossen wird. Dieser Prozess zieht den Großteil aller im Kaffee enthaltenen Inhaltsstoffe heraus.

Allerdings bleiben auch überraschend große Teile im angenehm duftenden, aber unappetitlichen Kaffeesatz zurück. Dazu gehören Koffein, hydrophobe Verbindungen (Öle und ätherische Öle, Lipide, Triglyceride und Fettsäuren), unlösliche Kohlenhydrate (Cellulose und Zucker), strukturelles Lignin und Phenole.

Kaffeesatz enthält auch große Mengen an Kalium, Stickstoff, Magnesium und Phosphor. Das hört sich gar nicht so schlecht an, oder? Schließlich brauchen Pflanzen all diese Mineralien und Nährstoffe, um zu wachsen und gut zu gedeihen. Das Problem ergibt sich jedoch aus einer der Komponenten, die Kaffee zu einem so beliebten Getränk macht – Koffein.

Verbrauchter Kaffeesatz enthält etwa nur die Hälfte aller Nährstoffe vom frisch gemahlenen Kaffee

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Wussten Sie, dass Kaffeebohnen eigentlich die Samen der Kaffeekirsche sind?

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Warum ist Koffein schlecht für Pflanzen?

Koffein ist eine natürliche Verbindung, die in einer Vielzahl von Pflanzen vorkommt – Teepflanzen, Kakaobohnen und natürlich Kaffeebohnen. In der Natur erfüllt es den Zweck eines Pestizids und Herbizids. Der Boden in einem Koffein produzierenden Gebiet ist fast immer unfruchtbar, da die Verbindung die Samenkeimung hemmt und das Wachstum anderer Pflanzen unterdrückt. Dieser Effekt nennt sich in der Biologie Allelopathie.

Rund um Kaffeepflanzen wachsen nur wenige andere Pflanzenarten

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Obwohl der Großteil des Koffeins durch den Brühprozess herausgezogen wird, enthält 1 Gramm gebrauchter Kaffeesatz immer noch bis zu 8,09 mg Koffein. Der durchschnittliche Koffeingehalt von unbenutztem, frischem Kaffeepulver beträgt rund 13,5 mg pro Gramm.

Ironischerweise eignet sich frischer Kaffeesatz also besser als Unkrautvernichter statt als Dünger. Um ihn als letzteren verwenden zu können, muss dieser zunächst vollständig zersetzt werden. Der einfachste Weg ist mithilfe eines Komposters oder einer Wurmkiste. Angeblich schmeckt den Kaffee Würmern ebenso gut wie uns. Kaffeesatz sollte aber dennoch nicht mehr als 20 Prozent des gesamten Inhalts Ihrer Kompost- oder Wurmkiste ausmachen.

Kaffeesalz von starken Kaffeesorten dient wie ein echter Pflanzenkiller

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Kompostieren statt direkt anwenden, aber nur in Maßen

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Die nächstbeste und einfachste Alternative besteht darin, Kaffeesatz vom bereits entkoffeinierten Kaffee zu verwenden. Die dabei verwendeten Technologien entziehen rund 95 Prozent des Koffeins aus den Kaffeebohnen. Ein entkoffeinierter Espresso enthält dann nur etwa 2 mg Koffein. Das im Kaffeesatz zurückgebliebenes Koffein ist für Ihre Pflanzen also absolut unbedenklich.

Mit koffeinfreien Kaffeesatz können Sie ohne große Bedenken düngen

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Beeinflusst Kaffeesatz den Säuregehalt des Bodens?

Viele Gärtner behaupten, dass gebrauchter Kaffeesatz den pH-Wert des Bodens senkt und den Säuregehalt des Bodens erhöht. Das soll ihn zum idealen Dünger für säureliebende Pflanzen wie Hortensien, Rhododendren, Azaleen, Maiglöckchen, Blaubeeren und Karotten machen.

Diese Annahme basiert jedoch auf einer Studie, in der frisch gemahlenes Kaffeepulver verwendet wurde. Gebrauchter Kaffeesatz hat tatsächlich einen neutralen pH-Wert von etwa 6,5 und beeinflusst den Säuregehalt des Bodens nicht. Selbst wenn Sie teuren, frisch gemahlenen Kaffee in Ihre Gartenbeete oder Blumentöpfe streuen, wird sich der pH-Wert innerhalb kürzester Zeit durch das Gießen wieder neutralisieren.

Verbrauchter Kaffee ist eigentlich gar nicht sauer

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Welche Pflanzen mögen keinen Kaffeesatz?

Es gibt bestimmte Zier- und Nutzpflanzen, die nicht von Kaffeesatz in irgendeiner Form profitieren, sei es mit oder ohne Koffein, als Kompost oder Wurmhumus. Studien haben gezeigt, dass er bei diesen Pflanzenarten ihr Wachstum hemmen und ihren Keimungsprozess verlangsamen kann. Zu den Nutzpflanzen gehören vor allem Tomaten, Kartoffeln, Paprika, Radieschen, Brokkoli, Lauch, Alfalfa- und Kleesprossen, sowie Rasengras.

Was Zierpflanzen anbelangt, haben Veilchen, Glockenblumen, Krokusse, Lavendel, Sonnenblumen, Geranien, Feder-Spargel, Zebra-Ampelkraut, Orchideen, Immergrün, Efeutute, Tulpen, Narzissen und Nelken alle nachteiligen Effekte erfahren, nachdem man Kaffeesatz in ihrem Boden verwendet hat. Einige der ersten Anzeichen einer negativen Reaktion auf den Kaffeesatz sind vergilbende und hängende Blätter sowie ein verkümmerter Wuchs.

Ihre Pflanzen werden Ihnen sofort zeigen, wenn sie sich unwohl fühlen

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Somit haben wir schon auf die Frage „Welche Pflanzen mögen keinen Kaffeesatz?“ beantwortet. Das Recycling vom verbrauchten Kaffee ist leider nicht immer so einfach wie es auf den ersten Blick erscheint. Von den darin verbliebenen Nährstoffen profitieren auch nicht alle Pflanzen.

Tee-, Kakao- und natürlich Kaffeepflanzen können ruhig mit Kaffeesatz gefüttert werden

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