Der Sommer kommt – was tun gegen Insekten und Ungeziefer?

von Augustine Schneider

Nicht nur der Mensch freut sich auf die warme Jahreszeit, auch etliche kleine Tierchen sind bei heißen Temperaturen ganz besonders aktiv und vermehren sich zahlreich. Gerade die verhasste Wespe konnte sich aufgrund des insgesamt sehr milden Wetters im gesamten Jahr stark ausbreiten, sodass insbesondere Allergiker sich in den kommenden Monaten in Acht nehmen sollten. Aber auch abseits der Wespe kriechen etliche Insekten in der Sommerzeit aus ihren Löchern und werden aktiv. Der Großteil von ihnen ist zwar völlig ungefährlich, dennoch sorgen die kleinen Störenfriede häufig für Ärger, wenn sie beispielsweise in Scharen in die Wohnung eindringen, die Zierpflanzen anfressen oder mit ihrem – wenn auch unbegründeten – Ekelfaktor für Entsetzen sorgen.

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Insekten als Teil des Ökosystems

So unangenehm einige Insekten für den Menschen auch sein mögen, so wichtig sind sie doch für ein funktionierendes Ökosystem. Daher gilt: Nicht jedes harmlose Tier, das sich in die Wohnung verirrt, muss und sollte zwangsläufig vernichtet werden. Denn meist sind sie Nahrung für andere Tierarten, helfen bei der Pflanzenvermehrung, erneuern den Boden oder können sogar dazu beitragen, dass keine weiteren Schädlinge entstehen. Grund genug also, sich nicht nur vor unerwünschten Krabblern zu schützen, sondern nach Möglichkeit auch dafür zu sorgen, dass die meisten von ihnen die Begegnung mit dem Menschen unbeschadet überstehen. Das funktioniert am besten durch Prävention, indem Fliegen und Co. beispielsweise gar nicht erst ins Haus gelangen können.

  • Das Fliegengitter – ein bewährter Klassiker

Fliegen sind in der Regel zwar ungefährlich, können im schlimmsten Fall jedoch Keime übertragen und stören im Haushalt schlichtweg. Ein einfaches Fliegengitter sorgt im Sommer dafür, dass die Störenfriede nicht hineingelangen. Am besten wird auf eine Variante zurückgegriffen, die fest im Rahmen montiert wird und keine Löcher zum Hindurchschlüpfen offenbart. Gleichzeitig können so auch Mücken und andere Insekten nicht hineingelangen.

  • Effektiver Schutz dank UV-Licht

Wer keinen Wert darauf legt, dass die Tiere wieder zurück in die Natur gelangen oder von einer so großen Anzahl von Insekten belagert wird, dass diese eingedämmt werden muss, der kann auch zu rabiateren Maßnahmen greifen. Zu den wohl effektivsten Methoden gegen Insekten gehört der Einsatz von UV-Insektenfallen. Sie machen es sich zunutze, dass Mücken, Wespen und andere Insektenarten natürliche Schwäche für UV-Licht haben und sich von diesem angezogen fühlen. Je nach Modell arbeiten die Fallen unterschiedlich – während einige die Tiere sofort durch einen Stromschlag töten, so nutzen andere ein zusätzliches Klebeband, von dem die Tiere nicht mehr loskommen. In ihrer Effektivität stehen sich beide Methoden jedoch in nichts nach und können Mückenplagen oder aggressive Wespen verlässlich dezimieren.

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Zwischen Freund und Feind unterscheiden – Biene vs. Wespe

Geht es um aufdringliche Insekten in der Sommerzeit, so ist die Wespe immer mit dabei. Schon seit einigen Jahren herrscht eine regelrechte Plage dank der milden Winter, wodurch sich die Tiere bestens entwickeln konnten. Ganz anders sieht es hingegen bei den Bienen aus. Seit 2006 ist vom Phänomen des Bienensterbens die Rede – und das wirkt sich auch auf den Menschen aus, denn laut Wissenschaftlern entstehen rund 30 Prozent aller Lebensmittel nur durch die Mithilfe von Bienen. Schuld an dem großen Sterben sind vor allem die veränderten Lebensbedingungen, die durch weniger Futter und Klimaveränderungen entstehen. Aber auch Insektizide schädigen die Tiere. Umso wichtiger ist es daher, dass der Mensch die Biene so gut wie möglich schützt und dieses Bewusstsein in seinen Alltag integriert. Aus diesem Grund sollten sich viele Menschen, die Angst vor den kleinen Tieren haben, bewusst machen, dass Wespe und Biene sich stark voneinander unterscheiden. Der wohl wichtigste Unterschied: die Biene stirbt, nachdem sie gestochen hat, die Wespe hingegen überlebt den Stich ohne Folgen.

Familie beim Essen mit Wespen Plage

Bei beiden Insektenarten sollten sich Menschen ruhig verhalten und hektische Bewegungen vermeiden. Wespen sind es, die bevorzugt am Esstisch zu finden sind und großes Interesse an süßen Speisen, Fleisch und Getränken haben. Das gilt für Bienen nicht, sie interessieren sich nicht für Speisen aller Art, sondern lediglich für Nektar (eine Ausnahme stellt allerdings Honig dar). Am Esstisch stellen sie daher normalerweise keine Gefahr dar und sind stattdessen bei Pflanzen zu finden, wo sie friedlich Nektar sammeln. Optisch unterscheiden sich beide Tierarten durch einige wichtige Merkmale. Beide Tiere müssen nicht zwangsläufig in einer Gefahrensituation getötet werden, gerade bei der Biene ist der Tod jedoch ungleich ernster, da sie anders als die Wespe einen wichtigen Nutzen für den Menschen darstellt.

  • Abgesehen davon wird auch dazu aufgerufen, Bienen nach Möglichkeit zu unterstützen, wenn diese geschwächt sind oder nicht mehr fliegen können. Hier hilft bereits ein wenig Zuckerwasser auf einem Löffel, damit das Tier sich stärken und den Heimflug antreten kann.

Vorsicht vor diesen Insekten des Sommers

Neben lästigen Mückenplagen oder störenden Wespen gibt es auch eine ganze Reihe weiterer Insekten, die dem Menschen das Leben schwer machen können. Einige von ihnen beißen und stecken, andere bringen sogar ernsthafte Gesundheitsrisiken mit sich. Die folgenden Vertreter sind besonders gefährlich:

  1. Die Zecke – die kleinen Blutsauer sitzen im hohen Gras oder in Sträuchern und haben es auf das Blut von Mensch und Tier abgesehen. Dabei können sie gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Gerade gegen Borreliose gibt es keine Impfung, weshalb sich in Risikogebieten das Tragen von langer Kleidung empfiehlt.
  2. Die Bremse – Bremsen sind äußerst lästige Insekten, deren Biss zudem auch noch schmerzhaft ist. Darüber hinaus können sie jedoch auch eine Reihe von Krankheiten übertragen, darunter auch Borreliose. Sie sind vor allem an schwülen Tagen aktiv und gerne in Wiesen- und Feuchtgebieten unterwegs. Helfen kann gegen sie nur dicke Kleidung, denn Mückenschutzmittel schlagen nicht gegen die lästigen Stechfliegen an.
  3. Kriebelmücke – diese Mückenart ist vor allem in Süddeutschland beheimatet und ähnelt optisch der Stubenfliege. Sie verfügt über giftigen Speichel, der beim Biss Schwellungen und Juckreiz verursacht. Das konzentrierte Gift kann außerdem Fieber auslösen. Der Griff zu Mückenspray hält die Tiere effektiv auf Abstand.
  4. Eichenprozessionsspinner – die kleinen Raupen sind nur im Juni oder Juli aktiv, in dieser Zeit können sie dem Menschen jedoch gefährlich werden. Die Tiere verfügen über feine Gifthaare, die bei bloßem Hautkontakt zu Ausschlag führen. Wer die Haare einatmet, muss außerdem mit Atemproblemen rechnen. Aus diesem Grund werden die Raupen jedes Jahr aufs Neue großflächig in öffentlichen Parks bekämpft. Passanten schützen sich am besten, indem sie einen großen Bogen um das Gebiet machen.

 

aphids sucking on rose shoot

Hilfreiche Insekten im Garten

Nicht jedes Insekt ist für den Menschen ein lästiger Schädling, einige von ihnen sind sogar sehr hilfreich und sollten daher im heimischen Garten geduldet werden. Darunter fällt zum Beispiel der Marienkäfer, der zuverlässig Blattlaus-Plagen beseitigt, aber auch Hummeln und Schwebfliegen gehören (neben Bienen) in den Garten. Sie bestäuben die Pflanzen und sorgen dafür, dass sich Obstbäume, Kirschen, Äpfel und viele weitere Pflanzen reichlich vermehren.

Wer den Tieren etwas Gutes tun will, der kann den Nützlingen auch ein paar Äste und Zweige bereitlegen, um ihnen ein Heim zu bieten. Ebenfalls gerne angenommen werden ein von der Sonne erwärmter Steinhaufen oder eine Trockenmauer. Dank der Ritzen sind die Tiere gut vor der Witterung geschützt und können gegebenenfalls Eier ablegen. Ebenfalls sinnvoll sind ein paar wilde Pflanzen im Garten, beispielsweise eine Brennnessel. Sie dient Schmetterling-Raupen als Nahrung.

Übrigens sind selbst die meist nicht sonderlich gemochten Spinnen hilfreiche Tiere – denn wenn sie ihr Netz an einer günstigen Stelle bauen, sorgen sie zuverlässig dafür, dass Mücken, Fruchtfliegen und andere Schädlinge reduziert werden. Wer sich trotz allem nicht mit den langbeinigen Tieren anfreunden kann, kann sie einfach mit einem Glas einfangen und in die Freiheit entlassen.

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Bild 2:109701659 – Man doing pest control© WavebreakmediaMicro

Bild 3:89070392 – Familie beim Essen mit Wespen Plage© RioPatuca Images

Bild 4:65920749 – aphids sucking on rose shoot© Floki

Bild 5:87914335 – Banner – Garden with beautiful flowers and bumble bee© Floydine

Augustine Schneider

Augustine ist eine offene und wissenshungrige Person, die ständig nach neuen Herausforderungen sucht. Sie hat ihren ersten Studienabschluss in Journalistik an der Uni Berlin erfolgreich absolviert. Ihr Interesse und Leidenschaft für digitale Medien und Kommunikation haben sie motiviert und sie hat ihr Masterstudium im Bereich Media, Interkulturelle Kommunikation und Journalistik wieder an der Freien Universität Berlin abgeschlossen. Ihre Praktika in London und Brighton haben ihren beruflichen Werdegang sowie ihre Weltanschauung noch mehr bereichert und erweitert. Die nachfolgenden Jahre hat sie sich dem kreativen Schreiben als freiberufliche Online-Autorin sowie der Arbeit als PR-Referentin gewidmet. Zum Glück hat sie den Weg zu unserer Freshideen-Redation gefunden und ist zurzeit ein wertvolles Mitglied in unserem motivierten Team. Ihre Freizeit verbringt sie gerne auf Reisen oder beim Wandern in den Bergen. Ihre kreative Seele schöpft dadurch immer wieder neue Inspiration und findet die nötige Portion innerer Ruhe und Freiheit.