Erfrischen Sie Ihr Zuhause mit wenigen Mitteln!

Augustine Schatzenberger / November 18 2015

Dreaming woman in headset over drawn living room background

Praktische Einrichtungstipps für den kleinen Geldbeutel

 Die Inneneinrichtung des eigenen Zuhauses richtet sich meist nach den individuellen Wünschen und Vorlieben des Bewohners – doch so schön und liebevoll die eigenen vier Wände auch eingerichtet werden, irgendwann sehen sich die Bewohner meist an ihrem Zuhause satt und wünschen sich etwas gänzlich Neues. Ein neuer Look muss her, der zwar nicht unbedingt teuer sein muss, aber beispielsweise mit Farben oder Mustern für ungewohnte Impressionen sorgt. Hierfür können Sie selbst aktiv werden und ihr Zuhause durch schöne Ideen neu gestalten. Sei es durch das neue Tapezieren, das Bearbeiten alter Möbel oder das so genannte Upcycling, die Möglichkeiten sind zahlreich und halten für nahezu jeden Geschmack etwas Passendes bereit.

  1. Farben, Formen und Textilien

Möchten Sie Ihr Heim nicht komplett neu umkrempeln, trotz allem aber ein paar spannende Akzente setzen, so sollten Sie Ihre Heimtextilien bei der Raumgestaltung unbedingt berücksichtigen. Denn Tischläufer, Gardine oder Teppich lassen sich vergleichsweise einfach durch ein neues Modell ersetzen und verändern die Atmosphäre eines Raumes schlagartig – wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, der kann außerdem auch Möbel wie beispielsweise das Sofa neu beziehen lassen. Professionell wird dies von einem Raumausstatter übernommen, wer sich das Geld sparen möchte, der kann aber auch zu einer Sofa-Hülle, einer sogenannten Husse, greifen. Oder möchten Sie Ihr Sofa stattdessen komplett selbst beziehen? Mit etwas handwerklichem Geschick und den passenden Materialien ist auch das möglich.

some rolls of elastic therapeutic tape of different colors, pink and two different shades of blue, on a white background

Benötigt werden dafür folgende Materialien:

  • Unterstoff – hier bietet sich einfaches Leinen an, am besten in neutralem Weiß.
  • Oberstoff – für den Oberstoff sollten festere Stoffe genutzt werden, die ganz nach eigenen Vorlieben ausgewählt werden können.
  • Polstervlies oder Polsterwatte – in guten Baumärkten sind Polstervlies bzw. Polsterwatte erhältlich
  • Zusätzlich: Stahlstifte, Schneiderschere, Maßband, Schneiderkreide, Hammer
  1. Nun geht es an die Vorbereitung. Der Stoff sollte zunächst großzügig bemessen werden, damit Ihnen zwischenzeitlich nicht das Material ausgeht. Hierfür ist der Umlegesaum mitzurechnen, der später zum Befestigen benötigt wird. Alle Stoffe wie auch das Polstermaterial werden nun grob in Form geschnitten.
  1. Weiterhin ist zu beachten, dass als erstes die Innenflächen der Seitenlinien, danach die Innenseite der Rückenlehne und erst zum Schluss der Sitz, die Außenseiten und der Boden bezogen werden sollten. Außerdem muss die Polsterwatte mittig auf das Spannleinen gelegt, dann glatt gestrichen und an der Kante abgeschnitten werden. Danach wird der Unterstoff straff darüber gezogen, die umliegendem Kanten werden umgeschlagen und schließlich am Rahmen mit einem Blauknopf – so werden Stahlstifte auch genannt – alle 50-60 mm befestigt. Danach wird der obere Bezug angebracht. Die Anbringung des Oberstoffes unterscheidet sich im Grunde nicht von der des unteren Bezugs, wenngleich hier die Kanten noch einmal umgeschlagen werden, damit auf dem Boden eine saubere Fläche entsteht. Eine noch detailliertere Anleitung zum Beziehen des eigenen Sofas bietet beispielsweise DaWanda mit folgendem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=IoPQFb59_68

Farben, Formen und Muster sind allerdings keineswegs nur auf Textilien beschränkt, sondern können auch weitere Möbel in neuem Glanz erstrahlen lassen. Verfügen Sie über eine kreative Ader, dann lassen Sie dieser einfach freien Lauf und verzieren Sie Ihr gewähltes Möbelstück mit verschiedenen Farben – einen tollen Hingucker stellen beispielsweise selbstgemalte Ornamente dar, die in klassischem Schwarz oder einer anderen kräftigen Farbe aufgetragen werden können. Dies bietet sich vor allem bei Holzmöbeln an, wobei hier am besten zu speziellem Lack gegriffen werden sollte. Eine weitere Alternative stellen Klebefolien dar, die einfach auf das gewünschte Möbelstück geklebt werden und eine schnelle Umgestaltung ermöglichen. Alternativ lassen sich auch Wandtattoos nutzen, die ebenfalls selbstklebend sind und auf vielen Oberflächen halten. Diese gibt es mittlerweile in nahezu unzähligen Variationen. Diese Anleitung bietet nützliche Tipps und Tricks für die Anbringung an Möbelstücken. Praktisch an dieser Methode im Gegensatz zum direkten Farbauftrag: gefällt das Muster nicht mehr, so kann es problemlos wieder entfernt werden, sodass die Kommode, der Schrank oder sonstige Möbel bei Bedarf immer wieder einen neuen Look erhalten können.

  1. Upcycling – aus alt mach neu!

Beim sogenannten Upcycling geht es darum, aus Ungenutztem oder Kaputtem etwas Neues und Nützliches zu machen. Damit setzt das Upcycling ein wichtiges Zeichen gegen unsere heutige Wegwerfgesellschaft, in der viel mehr Müll als nötig produziert wird. Unter anderem lassen sich so beispielsweise selbstgemachte Möbel aus Holzpaletten oder Weinkisten machen, aber auch alte Bücher, Verpackungen oder nicht mehr genutzte Kleidungsstücke lassen sich mit etwas Geschick in etwas gänzlich Neues verwandeln. Auch eigene Lieblingsteile, die ansonsten nicht zur Geltung kommen, können so aufgewertet und neu interpretiert werden – so lassen sich Einzelstücke mit einem ganz besonderen Charme erschaffen.

zuhause upcycling ideen holzkisten bunt pflanzenständer

Grundsätzlich hält nahezu jeder Haushalt die eine oder andere Sache bereit, die sich für das Upcycling anbietet. Darunter können Konserven oder auch kaputte Bettlaken fallen, aber auch Schmuckdosen und Taschen, alte Teller und vieles mehr bieten sich an. Wer nichts dergleichen Zuhause hat, kann auch im Trödelladen oder Second Hand Shop und natürlich auf dem Flohmarkt nach gebrauchten Kleinigkeiten Ausschau halten. Einige Impressionen für kreatives Upcycling gibt es beispielsweise hier – lassen Sie sich inspirieren!

  1. Alte Möbel aufarbeiten

Eine weitere, dem Upcycling durchaus nicht unähnliche Variante ist außerdem die besondere Aufbereitung von Möbelstücken im sogenannten „Shabby-Chic-Stil“. Hierbei handelt es sich um einen aktuell sehr beliebten Einrichtungsstil, bei dem Möbel bewusst auf alt getrimmt werden. Natürliche oder künstlich herbeigeführte Gebrauchsspuren, wie etwa abgeplatzter Lack, altmodische Muster oder scheinbar unbehandeltes und grobes Holz, sind für diesen Wohnstil charakteristisch. Kombiniert werden diese mit Accessoires, die wertvoll oder antik sind. Auch schimmernde Materialien sind ein fester Bestandteil, sodass letztendlich eine unverkennbar weibliche Note mit elegantem Stil entsteht. Einige schöne Ideen für die Umsetzung hält unter anderem schoener-wohnen.de bereit.

zuhause upcycling shabby chic stil chouchtisch alte metalltruhe

  • Farben

Zarte und überwiegend matte Farben sind für den Einrichtungsstil Shabby Chic sehr typisch, knallige Farben oder gar Neontöne passen hingegen nicht ins Bild. Insbesondere Pastelltöne wie Rosé, Türkis, Himmelblau, Violett oder Gelb werden gerne genutzt, kombiniert werden sie mit zarten Grautönen, aber auch Beige und Altweiß sind typische Bestandteile der Farbwelt des Shabby Chic. Durch schimmernde Accessoires wie beispielsweise Kristallleuchter, Paillettenkissen oder silberne Vasen lässt sich dieser Farbmix noch weiter veredeln, für den besonderen Hingucker sorgen außerdem kleine Highlights aus der Pflanzenwelt wie beispielsweise Hortensien, Fliederblüten oder Pfingstrosen.

zuhause alte kommode auffrischen pastellfarben

  • Materialien

Auch die Materialien sind beim Shabby Chic nicht zu verachten. Bevorzugt werden hier ältere oder bereits gebrauchte Dinge, Sie können also beispielsweise auf gekalktes Holz oder in die Jahre gekommenes Leinen zurückgreifen. Da der Einrichtungsstil vor allem wohnliche Atmosphäre verbreiten soll, passen auch gemütliche Stoffe wie Samt, Seide und Baumwolle perfekt. Auch Selbstgemachtes findet hier seinen Platz – haben Sie also noch etwas Gestricktes oder Gehäkeltes Zuhause, so kann dies gern miteingebracht werden. Auch andere Handarbeiten wie mundgeblasenes Glas oder selbstgebrannte Keramik passen ideal, aber auch Papiertapeten mit romantischen Blumenmustern fügen sich gut in das Gesamtbild ein. Vor allem geht es hier um die Liebe zum Detail, gleichermaßen macht der Stil jedoch auch deutlich, dass das Wohnen und Leben keinesfalls perfekt sein muss – einzelne Stücke aus Kunststoff oder Metall sind daher durchaus auch erlaubt und können einfach in den bunten Stil integriert werden.

zuhause diy inneneinrichtung gehäkelte hocker baumwolle tagesdecke kissen

  • Motive und Muster

Bezüglich der Mustermotive gilt: sofern diese eine Geschichte haben, so passen sie auch zum Shabby Chic. Ob Blumendekor oder Ranken, Ornamente oder Orientteppiche, Karos oder Streifen – hier findet alles seinen Platz und darf nach Herzenslust gemischt werden. Wichtig dabei: farblich sollten die Muster sich nicht beißen und ins Gesamtkonzept passen.

Wer selbst aktiv werden möchte, der kann dafür beispielsweise einen eigentlich alten und nicht mehr schönen Schrank zur Hand nehmen und diesen mit wenigen Mitteln in ein stylisches Shabby-Chic-Stück verwandeln. Wie das funktioniert, zeigt folgendes Video:

https://www.youtube.com/watch?v=bE4buM6vVTI

  1. Atmosphäre durch Licht schaffen

Auch durch den Einsatz von Licht lässt sich schnell und einfach eine ganz neue Stimmung erzeugen. Gemütlich wird es, wenn nur einzelne Bereiche eines Raumes beleuchtet werden, etwa durch LED-Leuchten, echte Kerzen oder kleine Lampenschirme. Auch Laternen zum Aufstellen sind eine schöne Idee und sorgen für eine punktuelle Beleuchtung. Eine andere Variante wäre die Nutzung von indirektem Licht, welches nicht nur schonend für die Augen ist, sondern auch bestimmte Bereiche hervorhebt. Hier bieten sich LED-Streifen an, die hinter dem Sofa oder in einer Vitrine positioniert werden. Wer hier ein paar Euro mehr investiert, der kann außerdem auf LEDs zurückgreifen, die per Knopfdruck auch noch die Farbe wechseln. Die Lichtfarbe ist übrigens ebenfalls nicht zu unterschätzen, wenn es um die Stimmung geht: so steht Weiß für eine eher kühle Atmosphäre, während Orange und Gelb dynamisch und gesellig wirken. Wird im Badezimmer zu Blau und Türkis gegriffen, so erinnert die unspektakuläre Nasszelle schnell an ein Wellness-Spa und durch sanfte Rosa- oder Cremetöne lässt sich ein Raum in einen entspannten Rückzugsort verwandeln.

Bild 1: 74087390 – Dreaming woman in headset over drawn living room background © Stasique

Bild 2: 94445584 – elastic therapeutic tapes © nito

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