Regenwassernutzungsanlage: Der Umwelt und dem Geldbeutel zuliebe

Liana Dahdouh / April 01 2019

Immer wieder hört man heute von sogenannten Regenwassernutzungsanlagen. Was im ersten Moment sehr industriell und irgendwie großspurig klingt, ist eigentlich für die Nutzung im Haushalt gedacht. Die Idee ist simpel: Man installiert eine Anlage, die Regenwasser speichert, welches anschließend für verschiedene Dinge im Haushalt genutzt werden kann. Im Endeffekt kann dies nicht nur Geld einzusparen helfen, sondern auch der Umwelt zugutekommen. Wir klären auf, wieso.

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Der Sinn von Regenwassernutzungsanlagen

Wenn man es hört, kann man es sich sogleich durchaus gut vorstellen, ansonsten aber macht man sich den Umstand, dass ein durchschnittlicher Haushalt rund die Hälfte seines Trinkwasserbedarfes für die Toilettenspülung, das Wäschewaschen sowie die Gartenbewässerung aufwendet, im Alltag kaum bewusst. Und handelt es sich um öffentliche Gebäude wie Schulen, Universitäten oder Krankenhäuser, so liegt der Anteil noch höher. Es leuchtet insofern direkt ein, dass sich hier große Einsparpotenziale eröffnen, wenn man für die genannten Bereiche Regen-, anstatt Trinkwasser verwenden würde.

Aber es gibt nicht nur ökonomische Gründe für die Nutzung von Regenwasser im Haushalt. Denn Regenwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. Durch Versickerung füllt es Gewässer und den Grundwasserspiegel auf. So empfiehlt das Umweltbundesamt auch, das Regenwasser möglichst an Ort und stelle versickern zu lassen. Wer es somit beispielsweise für die Gartenbewässerung nutzt und es nicht in die öffentliche Kanalisation abführt, entlastet somit nicht nur die letztere, sondern tut auch der Umwelt etwas Gutes. Regenwasser, dass von gewöhnlichen Dachflächen abläuft (die keine oder vernachlässigbare Anteile an Zink, Kupfer und Blei an das Regenwasser abgeben), darf bedenkenlos im Garten versickern. Handelt es sich dagegen um Regenwasser, das in Industrie- und Gewerbegebieten akkumuliert wurde, so gilt es, vorher zu prüfen, ob bzw. inwieweit es mit Schadstoffen belastet ist.

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Es gibt schließlich verschiedene Arten von Regenwassernutzungsanlagen. Die einfachste Option ist es, eine handelsübliche Regentonne aufzustellen und sie an ein Fallrohr anzuschließen, welches das Regenwasser aus der Dachrinne in die Tonne leitet. Anschließend kann es im Garten verwendet werden. Derweil gibt es aber auch komplexere technische Systeme für eine breitere Nutzung von Regenwasser im Haushalt. Solche Regenwassernutzungsanlagen sind mittlerweile technisch ausgereift, und es gibt ein technisches Regelwerk. Sie werden zumeist in Kellern und unter der Erde platziert. Eine Pumpe sowie ein separates Leitungssystem sorgen dafür, das es an die gewünschten Stellen im Haushalt transportiert wird. Die Trinkwasserverordnung verlangt dabei, dass Trink- und Regenwassersysteme strikt von einander getrennt sind und die Trennung auch deutlich kenntlich gemacht wird.

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Die Qualität von Regenwasser

Die Qualität von Regenwasser ist hoch, aber nicht hochgenug, um es im Kontext der Körperhygiene oder beim Kochen zu verwenden. Obwohl Grenzwerte nur selten überschritten werden, ist Regenwasser keimbelastet und somit eben nicht universell einsetzbar. Im Haushalt kann es deshalb vor allem im Garten, beim Wäschewaschen oder für die Toilettenspülung eingesetzt werden. Dennoch sollte man hygienemäßig aufpassen: Am unbedenklichsten ist die Nutzung des Regenwassers bei der Toilettenspülung oder im Garten; die Infektionsgefahr ist hier sehr gering. Nur beim Wäschewaschen ist mehr Vorsicht geboten, da hier viele Keime zwar durch Temperatur und Waschmittel abgetötet werden, durch das Nachspülen mit kaltem Wasser aber auch wieder Keime in die Kleidung gelangen. Insofern sollte das Wasser hier entweder vorbehandelt werden, oder man sollte die Wäsche stets hinterher bügeln. Die Infektionsgefahr ist für gesunde Menschen allerdings grundsätzlich eher gering; für Kinder und Menschen mit einem schwachen Immunsystem ist die Gefahr dagegen größer.

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